Lebensversicherung für Studenten sinnvoll?

Wenn Studenten beziehungsweise junge Leute eine Lebensversicherung abschließen, haben sie generell die Wahl zwischen eine Risiko- und einer Kapitallebensversicherung. Die erste Variante – Risikolebensversicherung – erscheint weniger sinnvoll, bei der Kapitallebensversicherung entscheidet die mögliche Rendite, ob sich der Abschluss lohnt. Andere Anlageformen könnten unter Umständen lukrativer sein, allerdings fehlt diesen der Risikoschutz.

Die Risikolebensversicherung für Studenten

Natürlich werben Anbieter mit einer Risikolebensversicherung auch für Studenten, sie wäre auch sehr preiswert. Da sich das Risiko nach dem Lebensalter, dem Gesundheitszustand und möglichen riskanten Hobbys richtet, kommt der gesunde, nichtrauchende Student ohne riskante Sportarten sensationell günstig zum Risikoschutz, für 150.000 Euro Todesfallsumme zahlt ein 24-jähriger männlicher Student beispielsweise ab rund 15 Euro monatlich. Die Frage ist, wie sehr er diesen Schutz benötigt, der allein der Absicherung von Hinterbliebenen dient. Sollte er ledig, ohne Kinder und ohne Eigentum (Immobilie) sein, macht diese Versicherung nicht wirklich Sinn. Der einzige Vorteil besteht in der Vorausschau. Denn wenn derselbe Mann in knapp zehn Jahren als Familienvater ein Eigenheim baut, hat er schon vorgesorgt. Wenn er dann erst die Versicherung abschließt, kostet sie schon etwa 25 Prozent mehr.

Die Kapitallebensversicherung für Studenten

Hier liegen die Beiträge wesentlich höher, dafür gibt es die Rückerstattung nach Ablauf der Versicherungszeit. Die Renditen für Kapitallebensversicherungen liegen derzeit in Deutschland zwischen rund 3 bis 5 Prozent und damit auf einem der niedrigsten Werte der letzten 20 Jahre. Das ist ein Grund dafür, warum vermehrt Kapitallebensversicherungen verkauft werden. Manfred Poweleit vom renommierten Branchendienst map-Report hat erstmals Mitte der 1990er Jahre die Durchschnittsverzinsung von 45 Kapitallebensversicherungen untersucht und kam auf einen Wert von 7,4 Prozent, was auch damals in der Nähe des bestverzinsten Festgeldes lag. Inzwischen sind diese Renditen auf durchschnittlich 4,22 Prozent gesunken. Zum Vergleich: Für Festgeld mit einer Laufzeit ab 10 Jahre zahlt die BigBank im Mai 2012 immerhin 5,65 Prozent (Anlagesumme ab 10.000 Euro). Allerdings hat ein Student nicht unbedingt 10.000 Euro übrig, was für die Lebensversicherung spräche. Wer jedoch glaubt, in Kürze eine fünfstellige Summe einzahlen zu können, sollte sich möglicherweise für das Festgeld entscheiden. Als reine Sparanlage würde es höher rentieren. Durch die anhaltenden Finanzkriese werden aktuell auch immer mehr Lebensversicherungen verkauft oder beliehen, unm finanzielle Engpäße zu überbrücken, oder die Geldanlage fürs Alter neu zu überdenken und “umzuschichten”. Ausführliche Informationen zum alternativen Thema Lebensversicherung beleihen finden Sie unter www.lebensversicherungbeleihen.org oder auf diversen Bank und Kreditinstituten bzw. anderweitig im Internet.

Was spricht noch für eine Lebensversicherung?

Zwei Dinge sind hierbei zu beachten: Die Rendite einer Lebensversicherung kann noch weiter sinken, staatlich garantiert sind im Jahr 2012 lediglich 1,75 Prozent. Das Festgeld ist sicher, die Einlagen sind bis mindestens 100.000 Euro staatlich geschützt. Der andere Punkt: Die Lebensversicherung bietet immerhin den Todesfallschutz. Die Frage ist dieselbe wie bei der Risikolebensversicherung: Wen möchte der Student – zu welchem Zeitpunkt seines Lebens – gegen den Fall des eigenen Todes versichern? Daher macht der Todesfallschutz einer Lebensversicherung für Studenten erstmal wenig Sinn. Eine Pauschalantwort dürfte schwierig fallen. Die Art der Vorsorge hängt für den Studenten, wie auch jeden anderen, tatsächlich stark von der persönlichen Lebensplanung ab.